Einblick ins Atelier – So entsteht eine Ledertasche

07.06.2017 09:15

 Ein Blick ins Atelier

Hast Du Dich schon mal gefragt, wie Dein treuer Begleiter, Deine Tasche, entsteht?

Du nimmst Deine Tasche täglich mit und trägst dein ganzes Leben in ihr rum. Je nachdem wie viel Du mitnehmen musst, kommt manchmal auch nicht wenig Gewicht zusammen, das Deine Tasche aushalten muss. Und das Tag für Tag, Woche für Woche und bei jedem Wetter. Eine gute Tasche muss das aushalten können, jahrelang. Das und noch vieles mehr, muss bei ihrer Entstehung bedacht werden. Wir laden Dich herzlich ein auf einen Besuch in unser sonniges Atelier mitten in München, um mehr über den Entstehungsprozess einer Ledertasche bei my-BagFactory zu erfahren.


Ein Blick ins Atelier – hier entstehen unsere Ledertaschen und Koffer

Leeres Bild
Taschenreihe
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Vor allem eins ist schon auf den ersten Blick zu erkennen: wir arbeiten mit Ledertaschen und Koffern! Im luftigen Atelier sind eine Vielzahl an Taschenmodellen ausgestellt, und es kommen fast täglich neue Prototypen dazu. In besonders arbeitsintensiven Phasen kann dabei schon einmal ein wenig „Kreativchaos“ entstehen … das gehört wohl einfach dazu. Neben den Schreibtisch-Plätzen, an denen täglich kreativ gearbeitet wird, findet sich im hinteren Teil des Ateliers der wohl spannendste Bereich: der Werkplatz unserer Creative Direktorin – Nik Strauß. Hier liegt alles bereit, was man für die Entstehung einer Ledertasche braucht – von Lederstücken bis hin zur Aisbrush-Farbe für die letzte individuelle Note. Nik Strauß erzählt uns etwas mehr darüber, welche Arbeitsschritte eine Ledertasche durchläuft, bevor sie als fertig eingepacktes Produkt den Kunden zu Hause erreicht.


• 1. Am Anfang ist die Inspiration:

Wie in jedem Kreativberuf ist das wichtigste die Inspiration. Woher kommen die Ideen für immer neue und neue Produkte? Bei my-BagFactory gibt es über 500 Taschenmodelle – wie schafft man es immer noch weitere Inspiration zu finden und weitere neue Modelle zu entwickeln?

Eine unendliche Inspirationsquelle ist das Material Leder selbst. Leder als Naturprodukt ist ein lebendiges Material, und es sieht auch immer etwas unterschiedlich aus. Das ist eine Herausforderung, und macht den Design-Prozess besonders spannend. Es gibt weiche Ledersorten, die sich herrlich samtig anfühlen – wie zum Beispiel das Nappaleder, das wir passend „Smooth“ nennen. Dann gibt es die klassischen Sattelleder, die hervorragend dazu geeignet sind, Taschen mit einer festen Form zu kreieren. Darüber hinaus gibt es eine enorme Vielfalt an Verarbeitungsprozessen des Leders, sowie die unterschiedlichen Möglichkeiten des Ölens, Färbens und der Veredlung. Allein schon diese riesige Palette an Ledermaterialien ist eine unendliche Quelle der Inspiration. Mehr über die unterschiedlichen Arten von Leder lässt sich in unserem Leder-Lexikon nachlesen.

Manchmal steht am Anfang des Designs einer neuen Ledertasche nicht das Leder selbst, sondern eher die Funktion, die gefragt ist. Zum Beispiel, wenn es darum geht, eine neue stilvolle Kameratasche aus Leder zu entwerfen.

Leder

Inspiration

• 2. Die Idee aufs Papier bringen:

Im zweiten Schritt wird die Idee für das neue Taschenmodell aufs Papier grob skizziert. Häufig hat man hier noch mehrere Varianten oder verschiedene Möglichkeiten im Kopf. Die grobe Skizze dient als Gedankenstütze, um alle Inspirationen für später festzuhalten. Wenn sich aus diesen verschiedenen Ideen eine konkrete herauskristallisiert, kann der eigentliche Herstellungsprozess der neuen Ledertasche beginnen.

In einer zweiten Skizze wird nun das Taschenmodell detailliert gezeichnet. Dabei werden nicht nur Form und Proportionen berücksichtigt, sondern auch schon die wichtigsten Details wie das Nahtdesign (das sog. Stitching) herausgearbeitet.

Gut aussehen? Eine gute Ledertasche muss noch viel mehr können!

Schon an dieser Stelle wird nicht nur das Aussehen der Tasche designt, sondern auch das Innenleben. Wie viele und welche Fächer muss sie haben? Wie sehen diese aus? Wo werden Reißverschlüsse benötigt? Bei einer Funktionstasche, wie bei unserer Kameratasche , ist das Innenleben von besonders hoher Bedeutung. Schließlich muss nicht nur das komplette Equipment hineinpassen, sondern auch gut geschützt sein.

3. An alles gedacht? Der erste Design-Check mit dem Papiermuster:

Damit die Idee auch wirklich in der Praxis funktioniert, wird in diesem Schritt ein maßstabsgetreue Schnittmuster der Tasche zunächst auf festerem Papier oder Karton erstellt. Dadurch hat man die Möglichkeit das komplette Design zu überprüfen, weitere Details zu ergänzen oder weiterzuentwickeln. Die Patternherstellung auf Papier ist außerdem besonders ressourcenschonend, weil kein Leder dazu verbraucht wird.

4. Es kommt Leder ins Spiel: das Prototyping

Nach dem Designen, Skizzieren und Ausprobieren auf Papier kommt die eigentliche Fertigung des neuen Modells aus der vorgesehenen Lederart. Das ist ein besonders spannender Moment, denn das Leder verhält sich bei der Verarbeitung natürlich unterschiedlich als das Papier. Oft ergeben sich dadurch kleinere Änderungen oder Ergänzungen. Manche Ledertaschen bekommen eine zusätzliche Verstärkung des Materials, damit sie formstabiler werden. Bei anderen verzichtet man auf bestimmte Teile des Innenlebens, um die Tasche leichter zu machen. Besonders viel Aufmerksamkeit wird den Details gewidmet: sind alle Griffe stabil genug? Ist die Reißverschluss-Länge ausreichend? Sind die Maße der gepolsterten Innenfächer tatsächlich passend für die geplanten Geräte?

An dieser Stelle kann man außerdem zum ersten Mal genau erkennen, wie die Nähte auf dem Leder wirken und eventuell die Nahtfarbe- oder -Technik anpassen. Auch das Futter wird hier genau unter die Lupe genommen. Passt die Futterwahl wirklich so gut zum Leder, wie es geplant war? Ist der Futterstoff stabil genug?

Leeres Bild
Skizze
Produktion

Alle weiteren Details wie Ösen, Schnallen, Ringe und Verschlüsse werden ebenfalls geprüft. Damit die Tasche auch wirklich bereit für den Alltag ist, machen wir außerdem häufig den Praxis-Test. Das bedeutet, dass wir diese einfach ganz normal zum Tragen benutzen, um sicherzustellen, dass wirklich an alles gedacht wurde. Oftmals fallen kleinere Fehler oder Versäumnisse erst im Alltag auf – deshalb ist der Praxis-Test besonders effektiv.

5. Vom Prototyp in die Fertigung: eine neue Ledertasche kommt auf den Markt

Ist die Prototyping-Phase erfolgreich abgeschlossen, kann das nun fertige Taschendesign hergestellt werden. Dabei legt my-BagFactory einen besonderen Wert darauf, dass unsere handgemachten Ledertaschen ausschließlich mit Fertigungspartnern umgesetzt werden, die einen überdurchschnittlichen Arbeitsstandard pflegen. Zu diesem Zweck bauen wir langfristige Partnerschaften mit Lieferanten auf und besuchen diese auch regelmäßig in ihren Fertigungsstätten.

Parallel zur Fertigung des neuen Taschen-Modells, wird mit den ersten Prototypen der Tasche an der Umsetzung von den Bildern für den Shop gearbeitet. Während an den Taschen noch genäht wird, kümmert sich unser Marketing-Team darum, dass alle dazu gehörigen Produkt- und Image-Bilder gefertigt werden. Somit können unsere Kunden die Tasche im idealfall an dem Tag, an dem die Lieferung mit dem neuen Taschenmodell bei uns im Lager ankommt, auch gleich im Shop sehen und bestellen.

Handtasche Elin
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Aktentasche BRISTOL